Interne Analyse: Stärken/Schwächen beziehen sich auf das Unternehmen selbst,
ergeben sich also aus der Selbstbeobachtung des Unternehmens.
Umweltanalyse: Suchen nach den strategisch relevanten Chancen und Gefahren.
Nun wird versucht, den Nutzen aus Stärken und Chancen zu maximieren, und die
Verluste aus Schwächen und Gefahren zu minimieren. Hierzu wird gezielt nach
folgenden Kombinationen gesucht, danach wird gefragt, welche Initiativen und
Maßnahmen sich daraus ableiten lassen:
• SO = Stärke/Chancen-Kombination: Welche Stärken passen zu welchen Chancen?
Wie können Stärken genutzt werden, so dass sich die Chancenrealisierung erhöht?
• ST = Stärke/Gefahren-Kombination: Welchen Gefahren können wir mit welchen
Stärken begegnen? Wie können vorhandene Stärken eingesetzt werden um den
Eintritt bestimmter Gefahren abzuwenden?
• WO = Schwäche/Chancen-Kombination: Wo können aus Schwächen Chancen
entstehen? Wie können Schwächen zu Stärken entwickelt werden?
• WT = Schwäche/Gefahren-Kombination: Wo befinden sich unsere Schwächen und
wie können wir uns vor Schaden schützen?
Aufgrund dieser Kombinationen müssen dann passende Strategien entwickelt und
aufeinander abgestimmt werden. Hierbei handelt es sich um den
anspruchsvollsten Teil des Vorgehens.
Die Kernstrategien werden dann in eine Vierfelder-Matrix eingetragen.
Entscheidend für den Erfolg sind immer konkrete und am Ziel ausgerichtete
Maßnahmen, die konsequent umgesetzt werden müssen.
Ist-Analyse
Die Ist-Aufnahme stellt eine wichtige Phase des Vorgehensmodells dar, die der
objektiven Ermittlung eines aktuellen Problems („Ist-Zustand“) – möglichst ohne
Bewertung oder Verzerrung – dient. Die Wertung erfolgt in der nachfolgenden Phase
der Ist-Kritik.
Als Methoden stehen – bei wachsender Kostenintensität – die Dokumentenanalyse
Sekundärerhebung) und die verschiedenen Methoden der Primärerhebung zur
Verfügung:
• Selbstaufschreibung,
• Fragebogen,
• Befragung,
• Beobachtung, insbesondere die Multimomentstudie.
Es gilt, umfangreiche Daten über den ausgewählten Bereich zu sammeln, ohne das
Ziel des Vorhabens (SOLL-Zustand) außer Acht zu lassen und die Ist-Aufnahme
nicht umfangreicher als notwendig zu gestalten. Einerseits führt eine zu einfache,
oberflächliche Ist-Aufnahme dazu, dass mögliche Probleme nicht aufgedeckt werden
können. Auf der anderen Seite kann eine zu genaue Erhebung dazu führen, dass
man aufgrund zu vieler erhaltener Daten die eigentlich zugrunde liegenden Probleme
der Organisation nicht mehr zu erkennen vermag („Man sieht den Wald vor lauter
Bäumen nicht!“).
Die Selbstaufschreibung ist eine Datenerhebungstechnik, um Informationen zu
erhalten, die für einen Problemlösungsprozess notwendig sind.
Bei der Selbstaufschreibung werden die erforderlichen Informationen über einen
längeren Zeitraum von den betroffenen Mitarbeitern selbst in vorgefertigte Formulare
eingetragen.
Ein Fragebogen ist ein Mittel für die Datenerhebung bei Statistiken. Meist wird der
gleiche Fragebogen mehreren Personen vorgelegt und die Antworten werden dann
statistisch ausgewertet. Man unterscheidet zwischen Papier- und elektronischen
Fragebogen.
Der elektronische Fragebogen bieten die Möglichkeit zur Integration von
Plausibilitätsprüfungen.
Papiergebundene Fragebogen bieten nur geringe Möglichkeiten zur Prüfung von Angaben, wenn sie als so genannte „Selbstausfüller“ eingesetzt werden. Meistens stellen Kontrollfelder für die Summenbildung die einzige Möglichkeit dar, die allerdings auf die Mitwirkung der Auskunftgebenden angewiesen ist. Bessere Möglichkeiten bietet der Einsatz von Interviewern, wobei im allgemeinen nicht das Prüfungsniveau elektronischer Fragebogen erreicht wird. Beim Interview benutzt der Interviewer einen Fragebogen, aus dem er die genaue Fragestellung entnimmt und in den er die Antworten der Befragten einträgt.
Frageart und Antwortmöglichkeit
ja/nein-Fragen (geschlossene Fragen)
Ja/nein-Fragen lassen nur zwei
Antwortmöglichkeiten zu. Manchmal wird zusätzlich „weiß nicht“ als dritte
Antwortmöglichkeit angeboten.
Beispiel:
Sollte man die FPÖ als Partei verbieten?
ja | nein
W-Fragen (offene Fragen)
Woher kommen Sie?
Was essen Sie am liebsten?
Wer ist Ihr Lieblingsschauspieler?
Eingruppierungs-Fragen
Bei Eingruppierungsfragen werden feste Wertebereiche als Gruppen festgelegt, in
die sich der Befragte einordnen muss.
Beispiele:
Wie alt sind Sie?
unter 18 | 18-29 | 30-45 | 46-60 | über 60
Wie hoch ist Ihr BMI? (Gewicht geteilt durch das Quadrat der Körpergrösse)
unter 18 | 18-24,9 | 25 oder höher
Sind Sie:
heterosexuell | homosexuell | bisexuell
Skalierte Fragen
Beispiel mit einer Skala von 1 bis 10:
Wie viel Angst haben Sie jetzt gerade?
„überhaupt keine Angst“ … „panische Angst“
Beispiel mit einer Skala von 1 bis 5:
Wie zufrieden sind Sie mit dem Kundendienst?
sehr zufrieden | meist zufrieden | hält sich die Waage | meist unzufrieden | sehr
unzufrieden
Beispiel für Schulnoten (Österreich 1 bis 5):
Welche Schulnote geben Sie der gegenwärtigen Bildungspolitik?
1; 2; 3; 4; 5
Summenfrage
Beispiel: Verteilen Sie 100 Punkte auf folgende Antworten:
Urlaub ist am schönsten: in den Bergen | am Meer | zuhause
Rangfrage
Beispiel: Ordnen Sie folgende Antworten nach „erstens zweitens drittens“ etc:
Am wichtigsten ist mir: Arbeit | Gesundheit | Partnerschaft | Freunde | Geld | Spaß |
Kinder | Liebe | Sex | Haus | Abenteuer
Gerade oder ungerade Zahl von Punkten
Skalen mit einer ungeraden Zahl (1 bis 5, 1 bis 7) haben eine mittlere Kategorie, die
vom Befragten unterschiedlich gedeutet wird und folglich keine klare Auswertung
ermöglicht. Eine Antwort bei der mittleren Position zu der Frage „Sind Sie
kinderfreundlich“ kann bedeuten: manchmal ja manchmal nein, ich weiß nicht, dazu
will ich nichts sagen, die Frage finde ich unwichtig, diese Frage ärgert mich, etc.
Folglich macht eine Auswertung über eine Durchschnittsbildung keinen Sinn und
würde das Gesamtergebnis verfälschen.
Deshalb wird eine mittlere Kategorie häufig bewusst weggelassen, indem nur
positive und negative Antwortmöglichkeiten vorgegeben werden.
Erhebung:
Die Befragung (auch Meinungsumfrage oder Interview) ist Forschungsmethode
vieler Forschungsrichtungen und Wissenschaften, die dazu dient, systematisch
Informationen über Einstellungen, Meinungen, Wissen und Verhaltensweisen von
Menschen zu gewinnen.
Befragungen sind ein klassisches Instrument in der Marktforschung, um ein
Meinungsbild einer größeren Population (beispielsweise der Bevölkerung einer
Region oder eines ganzen Landes) zu bestimmten Themen, Zeitfragen oder
Produkten zu erhalten.
Die Beobachtung ist die zielgerichtete, aufmerksame Wahrnehmung von Objekten
oder Vorgängen. Sie ist in der Wissenschaft eine grundlegende Methode neben dem
Experiment. Beobachtungen sind empirische Grundlagen von Daten. Die
wissenschaftliche Beobachtung soll objektiv und wiederholbar sein.
Die Beobachtung als wissenschaftliche Methode ist von der naiven
Alltagsbeobachtung zu unterscheiden. Um diese Systematik zu erreichen, bedarf es eines Beobachtungsplanes und einer Organisation des Beobachtungsprozesses, in denen festgelegt wird,
• was von wem, wann und wo beobachtet wird,
• ob das Beobachtete und in welcher Form interpretiert wird, und
• wie das Beobachtete zu protokollieren ist.
Die Multimomenthäufigkeits-Studie (MMH) wird als ein Stichprobenverfahren
definiert, das statistisch abgesicherte Aussagen über die zeitliche Struktur beliebiger
Vorgänge zulässt. Die Multimomenthäufigkeits-Studie ist somit ein Verfahren zur
direkten Informationsbeschaffung durch Beobachtungen in Zeitabständen.
Marktanalyse
Strategische Marktanalysen stellen Entscheidungsgrundlagen für Marktbearbeitungsstrategien dar. Sie liefern in
systematisierter und aufbereiteter Form strategisch relevante Informationen, die in einer Vielzahl von
Anwendungsfällen eingesetzt werden, u. a. auch für die Beurteilung der Marktsituation für eine
Unternehmensgründung.
Zweck und Ziel der inhaltlichen Ausgestaltung einer strategischen Marktanalyse
Damit strategische Marktanalysen tatsächlich einen wertvollen Beitrag zur Entscheidungsfindung leisten und
alle dafür benötigten Informationen und Fakten bereitstellen können, ist eine auf den jeweiligen
Anwendungsfall zugeschnittene Konzeption der Marktanalyse notwendig. Diese individuelle Anpassung
erstreckt sich dabei auf die Felder Inhalte, Methoden und Ressourcen.